Ein einziger Tropfen Blut für ein längeres Leben</br> The Future Customer und Essen

Gesunde Ernährung ist in. Jetzt geht es um personalisierte Ernährung. In naher Zukunft werden die Konsumenten anhand einer Blutprobe und in Kürze sogar mit etwas Wangenschleimhaut feststellen lassen können, welche Nährstoffe für ihn oder sie am gesündesten sind. Dieses Phänomen kann erhebliche Folgen für den Einzelhandel haben... denn der Konsument wird anders einkaufen. Der Einkaufszettel wird dann anhand der persönlichen Nährstoffliste erstellt. Mehr noch... über den persönlichen Barcode erkennt der Konsument, welche Artikel seiner Wahl im Angebot sind. Zukunftsmusik? Peter van Tilburg beschäftigt sich bereits damit. Ein Interview mit einem Chemiker, der einen Wandel im Konsumentenverhalten und damit im Einzelhandel prophezeit.

Essen Sie ausreichend Obst und Gemüse? Und kennen Sie die Auswirkungen? Die meisten Menschen wissen zwar, dass Obst und Gemüse gesund sind, sie wissen aber nicht, welche Sorten einen positiven Einfluss auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Reduzierung von Erkrankungen haben. Die Lösung dazu wird es bereits in einigen Jahren geben. Denn in drei bis fünf Jahren wird es möglich sein, mit Hilfe eines einzigen Tropfen Blutes zu bestimmen, mit welchem Obst und Gemüse man länger lebt. Sechs Monate nach dem Erscheinen dieser Zeitschrift wird es bereits möglich sein, mit diesem Blutstropfen zu bestimmen, ob man ausreichend Obst und Gemüse isst. Die weiteren Entwicklungen werden nicht lange auf sich warten lassen.

Das haben wir sowohl der fortschreitenden Technik auf dem Gebiet der DNA als auch der Ernährungstechnologie und der medizinischen Wissenschaft zu verdanken. Letztendlich muss diese Kombination zu einem längeren Leben der Menschen führen, da sie besser gegen allerlei Krankheiten gewappnet sind. Zukunftsmusik aus dem Köcher eines Ernährungsfetischisten? Das kann man vom Geschäftsmann und Chemiker Peter van Tilburg ganz sicher nicht behaupten. „Mein Ziel ist es, dass der Konsument der Zukunft gesund und vital alt wird. Das ist die wichtigste Motivation für dieses Projekt, das ich gemeinsam mit einigen anderen gegründet habe.“

Heidelbeeren

Peter van Tilburg (54) ist von Haus aus organischer Chemiker, der vor seiner Selbständigkeit jahrelang bei DSM gearbeitet hat. Im Laufe der Jahre hat er sich mit einigen Unternehmen beschäftigt, die etwas mit Chemie und Medizin zu tun hatten. Genauso wie dieses Projekt. Van Tilburg: „Eines der Dinge, die mir auffielen, ist, dass die medizinische Wissenschaft sich sehr schnell auf Herzinfarkte, Diabetiker und Darmkrebs konzentriert. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die sowohl den Erkrankten als auch seine Umgebung erheblich belasten. Ich habe mich gefragt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, diese Krankheiten auf natürliche Weise zu vermeiden. So kam ich mit Professor T. de Kok von der Universität Maastricht in Kontakt. Er hatte ein Experiment mit 167 Personen durchgeführt. Diese mussten einen Monat lang Heidelbeersaft trinken. Bei der Hälfte der Testpersonen hatte sich der Gesundheitszustand verbessert. Natürlich wollten wir wissen, warum das so war.“

Marketing

In einem Laboratorium in Venlo wurden die Beeren analysiert. Schlussfolgerung: Heidelbeeren enthalten 1500 Komponenten. Einige von ihnen interagieren mit Rezeptoren im Körper, wodurch diese einen positiven Einfluss auf die Widerstandsfähigkeit des Menschen ausüben können. Ausüben können ... denn diese Stoffe wirken bei dem einen Menschen, bei dem anderen jedoch nicht. Das hängt von dem ab, was man isst und von der Zusammenstellung der jeweiligen Obst- und Gemüsesorten. Bei dem einen Konsumenten fördert zum Beispiel das Essen von Brokkoli die Gesundheit, bei dem anderen nicht. Das kann über einen Bluttest ermittelt werden. Dieser weist unter anderem aus, ob bestimmte Nährstoffe im Blut aufgenommen werden oder nicht. Van Tilburg: „Auf dieser Grundlage kann bestimmt werden, welches Gemüse und welches Obst ‚landet‘ und welches nicht. Auf diese Weise ist es möglich, individuell Systeme im Körper zu stimulieren, die bestimmte Erkrankungen reduzieren und im besten Fall vermeiden. Das ist die Spitze des personalisierten Marketings.“

Konsument

In drei bis fünf Jahren wird es daher möglich sein, über diesen einen Blutstropfen zu ermitteln, welche Obst- und Gemüsesorten in optimaler Weise dazu dienen, Krankheiten abzuwehren. Auf dieser Grundlage kann der Befragte im Supermarkt einkaufen. Diese Informationen können in einem Barcode oder QR-Code hinterlegt werden, der im Supermarkt für die richtigen Einkäufe genutzt werden kann. Denken Sie dabei an den 3D-Ausdruck eines gesunden Snacks oder die Herstellung eines personalisierten Shakes. Das System kann Anlass zur weiteren Informatisierung sein, denn mit demselben Tropfen Blut wird in Zukunft ermittelt werden können, gegen welche Krankheit eine Person anfällig ist. Van Tilburg: „Diese Daten müssen selbstverständlich gut geschützt werden, denn es handelt sich dabei um persönliche Informationen.“

Auto

Die Kosten dieser Analyse liegen bei ca. 30,- EUR pro Analyse. Es wird erwartet, dass dieser Betrag mit steigender Inanspruchnahme noch sinken wird. Ob dies die Zukunft ist? Van Tilburg glaubt, dass dies so ist. „Ich vergleiche das immer ganz einfach mit dem selbständig fahrenden Auto. Vor zwei Jahren wurde man noch für verrückt erklärt, wenn man daran geglaubt hat. Heute fahren sie herum und niemand findet das mehr merkwürdig. Das wird hier auch passieren.“