Holbox über nachhaltiges Unternehmertum

Anouk und Chantal Hol über nachhaltiges Unternehmertum

„Schon seit der Gründung des Unternehmens legt Holbox Wert auf nachhaltiges Unternehmertum. Wir investieren jedes Jahr viel Geld und Zeit, aber es bringt auch eine Menge.“ Das ist die Meinung von Anouk und Chantal Hol von Holbox. Chantal: „Es gibt zwar Umweltgesetze und Anforderungen an Nachhaltigkeit von Kunden und vom Staat, aber auch ohne sie hätten wir sicherlich Maßnahmen für eine möglichst nachhaltige Produktion ergriffen. Da wir selbst Unternehmer sind, sind wir in der privilegierten Position, selbst die Politik in diesem Bereich festzulegen. Nachhaltiges Unternehmertum bezieht sich bei uns nicht nur auf die Produktion, sondern auch auf die Aufgabe in der Gesellschaft, die wir als Unternehmen haben.“

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Gadgets

Kurz gesagt besteht der Produktionsprozess von Holbox aus der Be- und Verarbeitung von Pappe. Einfach ausgedrückt gehen auf der einen Seite der Fabrik Tonnen unbearbeiteter Pappe hinein und auf der anderen Seite kommen bedruckte Displays heraus. Diese entstehen dank unter anderem zwei großer Druckpressen mit einem Druckformat von 120 x 160 cm, einer riesigen Kaschiermaschine und verschiedener anderer Maschinen und Geräte. Es handelt sich dabei um Produktionseinheiten mit einem hohen Energieverbrauch. Das war vor ein paar Jahren auch einer der Gründe, einige der Maschinen zu ersetzen. Selbstverständlich haben auch betriebswirtschaftliche Argumente eine Rolle gespielt.

Gesellschaft

Anouk und Chantal Hol vertreten ebenso wie Prof. Dr. Van Liedekerke (siehe auch an anderer Stelle in diesem Heft) die Auffassung, dass soziale Ruhe im Unternehmen auch ein Faktor der Nachhaltigkeit bestimmt. Dazu gehört auch die Fürsorge für die Mitarbeiter. Aber es gibt noch mehr: „Als Unternehmen sind wir Sponsor für Sport und Musik, auch dahinter steht ein gesellschaftliches Interesse. Zum Holbox-Konzern gehört auch ein Magazin, Navenant (www.navenant.nl, die Red.). Die Navenant Foundation organisiert in jedem Jahr ein sogenanntes ‚Spargel-Dinner‘ mit vielen geladenen Gästen. 2016 ist dabei ein Betrag von 100.000,-- EUR zusammengekommen. Dieser Betrag kommt der Erforschung der sogenannten ‚Killerzellen‘, die für die Entstehung von Krebs verantwortlich sind, zugute. Gemeinsam mit Rotary führen wir die Aktion ‚End Polio Now‘ durch. Wir haben dafür die Verpackungen für Blumenzwiebeln hergestellt. Von jeder Blume aus Pappe, die wir über den ‚Kartonnenwinkel‘ verkaufen, spenden wir 1 Euro für sogenannten Shelterboxen,“ sagt Anouk. Das sind transportable und stabile, aber leichte Kunststoffboxen, die man auch leer verwenden kann. Sie werden in Katastrophengebieten eingesetzt. Diese Boxen werden mit einem Zelt und anderen überlebenswichtigen Gegenständen befüllt. Chantal schließlich: „Im Interesse der folgenden Generationen überprüfen wir für uns immer wieder das Thema ‚nachhaltiges Unternehmertum‘. Bei Holbox haben wir das jeden Tag im Hinterkopf.“

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Sustainable

Holbox ist ein Unternehmen, bei dem nachhaltiges Unternehmertum hoch im Kurs steht. Das Unternehmen arbeitet nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft, mit dem Begriff Cradle to Cradle als Ausgangspunkt.

  • Holbox verarbeitet ausschließlich FSC- und PEFC-zertifiziertes Papier, anderes Papier kommt nicht in Frage. Das hat unser Unternehmen schon gemacht, bevor Kunden das gefordert haben.
  • Wir gehen sparsam mit Papier um. Für die Einstellung der Farben in der Druckpresse verwenden wir kaum noch sogenannten „Zuschuss“. Dadurch wird viel Papier gespart.
  • Die von Holbox verwendete Tinte ist umweltfreundlich und wird auf Wasserbasis hergestellt. Bei der Kontrolle der von den Kunden übermittelten Arbeitszeichnungen achtet Holbox auch auf die praktische Durchführbarkeit. Holbox berät seine Kunden gegebenenfalls, um die Maße des Displays so zu verändern, dass weniger Material erforderlich ist. Kunden schätzen dies sehr.
  • Beim Entwurf von Displays achtet Holbox auch auf Einsparungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Umverpackung und die Palettierung.
  • Einer der einzigartigen Entwürfe ist das „2 Second Display®“, das in Europa patentiert wurde. Ein Display, das einfach aufgestellt und aufgrund seiner Form günstig transportiert werden kann. Es passen mehrere Displays auf eine Palette. So können Transportkosten in erheblichem Umfang eingespart werden.
  • Bis vor kurzem mussten Kunden eine bestimmte Anzahl an Displays bestellen, um einen guten Stückpreis zu erzielen. Konsequenz: Einige Displays wurden nicht eingesetzt. Kunden können die Displays jetzt auch stückweise kaufen. Das ist über das Konzept „Kartonnenwinkel“ möglich.
  • Wie schon zuvor beschrieben, hat Holbox 2016 den „Kartonnenwinkel“ eröffnet. In diesem Webshop werden etliche Gadgets verkauft, die unter anderem aus Pappresten hergestellt werden. Ein Beispiel dafür ist die im Interview genannte Blume aus Pappe. Aber es gibt noch andere Beispiele. Schauen Sie sich einmal auf der Seite um: www.kartonnenwinkel.nl.
  • Was die Pappreste der „großen Produktionen“ betrifft: Auch dieses Material wird umweltfreundlich entsorgt. Pappe kann Spezialisten zufolge bestimmt fünf- bis sechsmal recycelt werden. Danach können die Fasern nicht mehr weiter verarbeitet werden.

Kurz gesagt: die Kreislaufwirtschaft ist einer der größten Schwerpunkte von Holbox, wobei das Unternehmen den Beweis liefert, dass ein vernünftiger Materialeinsatz sowohl finanzielle als auch gesellschaftliche Vorteile hat.