Ist TerraGreen-Lack die Zukunft?

Kosteneinsparungen und Nachhaltigkeit sind Punkte, über die Holbox gern gemeinsam mit seinen Kunden nachdenkt. Unter anderem auf dem Gebiet von Lacken gibt es eine Vielzahl von Entwicklungen auf dem Markt, die besser für die Umwelt sind. Zum Beispiel der TerraGreen-Lack. Wie steht es um die Anwendbarkeit in der Industrie? Frank Smolenaers, Sales Director von Holbox, hat sich von Peter Koevoet von Actega und Wil van den Ende von Wifac zu den Neuigkeiten im Bereich der Lacke beraten lassen.

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TerraGreen-Lack

Die Grundlage für Dispersions- und UV-Lacke, die in der grafischen Industrie verwendet werden, sind Derivate von Erdölprodukten. Aber das Öl geht irgendwann zu Ende. Hersteller haben für die Wasser- oder Dispersionslacke bereits Alternativen entwickelt. Diese Lacke bestehen aus erneuerbaren Ressourcen bzw. wiederverwendbaren Rohstoffen. Studien haben gezeigt, dass regulärer Dispersionslack - ebenso wie UV-Lack - zu 30 % abbaubar ist. Die umweltfreundliche Variante auf der Basis erneuerbarer Ressourcen heißt TerraGreen. Dieser Lack ist besonders nachhaltig und zu mindestens 75 % abbaubar.

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Unterschiede

TerraGreen-Lack ist in einer Seidenmatt- und einer Seidenglanz-Variante erhältlich. Aber der Absatz dieses „grünen“ Lacks ist laut Peter Koevoet vom Lackhersteller Actega noch nicht sehr groß. Aber wie verhält sich TerraGreen im Verhältnis zu Dispersionslack? Koevoet erläutert: „TerraGreen-Matt ist weniger abriebfest und etwas glänzender als der matte UV-Lack. Bei TerraGreen-Matt ist kaum noch ein Unterschied zu erkennen.“ Man muss beide Resultate nebeneinander betrachten, um die Unterschiede zu erkennen. Koevoet zeigt einen Kalender, bei dem jeder Monat mit einem farbigen Foto illustriert ist. Jedes Foto ist mit einem anderen Lacktyp versehen. Die Unterschiede zwischen einem üblichen Wasserlack und TerraGreen sind kaum zu erkennen. Auch für den Druckprozess und die Maschinen hat es keine großen Konsequenzen. „Der Geruch in der Druckerei verändert sich aber. Es riecht nach Tannenzapfen. Darüber hinaus ist die Farbe des Lacks zunächst braun.“

LED-UV

Beim Durchblättern des Kalenders ist auch eine andere nachhaltige Technik, genannt LED-UV, Thema. Im Gegensatz zu den konventionellen Quecksilberdampflampen, die nach 1.000 bis 1.500 Brennstunden bereits ausgetauscht werden müssen, haben die zum Trocknen des UV-Lacks eingesetzten LED-Lampen einen niedrigeren Energieverbrauch und mit 20.000 Brennstunden eine erheblich längere Lebensdauer. Diese Technik wurde im Vorgriff auf das Verbot der Quecksilberdampflampen (das in Japan bereits in Kraft ist) entwickelt. „Im Prinzip treiben uns die Rechtsvorschriften in diese Richtung, und das gilt auch für den Umweltaspekt“, so Peter Koevoet. „Die gewerblichen Druckereien, die konventionelle Tinte verwenden, steigen schon auf LED-UV um. Sie tun dies, um ihren Prozess zu beschleunigen und zu vereinfachen“, erläutert Wil. „Sie verwenden LED-UV-Tinte und die ist sofort trocken.“

Innovativ

Actega ist laut Koevoet momentan der einzige Hersteller, der sich mit der Entwicklung von TerraGreen beschäftigt. Die Firma hat etwa 600 bis 700 Lackrezepturen, die in verschiedenen Branchen und Industriezweigen eingesetzt werden können. „Das ist auch ein Indiz dafür, wo wir mit TerraGreen stehen“, so Koevoet. „Wenn die Rede von einem Wachstumsmarkt mit gigantischen Volumen ist, folgen mehr Fabrikanten. Angebot und Nachfrage, darum geht es.“

Nachhaltigkeit

Bei Holbox hat das Thema Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. So wird ausschließlich FSC- und PEFC-qualifiziertes Papier verarbeitet und sparsam verwendet. Pappreste werden selbstverständlich recycelt oder, unter der Bezeichnung „Creative Waste“, für neue Produkte verwendet. Pappe kann Spezialisten zufolge bestimmt fünf- bis sechsmal recycelt werden. Danach können die Fasern nicht mehr weiter verarbeitet werden. Möchten Sie wissen, welche Lacke, Materialien, Prozesse finanzielle und gesellschaftliche Vorteile für Ihr Unternehmen bedeuten? Holbox denkt gern gemeinsam mit Ihnen darüber nach.