Kooperation Holbox und Tony’s Chocolonely schmeckt nach mehr

Tony’s Chocolonely. Die Schokoladenmarke konnte sich in kurzer Zeit an die Spitze des Marktes in unserem Land setzen. Inzwischen erobert Tony's auch den Rest der Welt und die Tafeln werden in den Vereinigten Staaten, in Skandinavien und Belgien verkauft. Der gesellschaftliche Aspekt ist die Triebfeder hinter der Marke, die nur ein einziges Ziel hat: Produktion von 100 % fairer Schokolade. Holbox darf sich mit einigem Stolz „preferred Supplier“ dieser Marke nennen. Wir beliefern Tony’s Chocolonely mit den sogenannten „Hang-in Displays“. Anouk Hol von Holbox und der Journalist Dick W.A. Maes Broekema haben daher auch begeistert auf die Einladung zu einem Besuch bei Tony’s Chocolonely reagiert.

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Aktuelle Daten zeigen, dass die Sklaverei bis heute weltweit nicht abgeschafft ist. Verschiedenen Schätzungen zufolge werden heutzutage noch ungefähr 46 Millionen Menschen als Sklaven missbraucht. Die meisten von ihnen leben in Indien, aber auch in Afrika kommt Sklaverei beim Anbau und der Verarbeitung von Kakaobohnen vor. Als die Fernsehsendung „Keuringsdienst van Waarde“ („Prüfbehörde für Werte“) offenlegte, dass Sklaverei in der Schokoladenbranche absolut üblich war, haben die beteiligten Journalisten sich entschieden, aktiv zu werden. Einer von ihnen, Teun van de Keuken, hat sich nach dem Verzehr von Schokolade selbst als „Schokoladenkriminellen“ angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hat erklärt, dass sein „Verbrechen“ strafrechtlich nicht verfolgt werden könne.

Nahezu faire Schokolade erobert die Welt

Van de Keuken hat sich daraufhin gemeinsam mit anderen auf die Suche nach fairer Schokolade gemacht. Die großen Schokoladehersteller konnten diese nicht liefern oder wollten sich damit nicht beschäftigen. Teun – Tony – van de Keuken brachte die erste – Lonely – faire Schokolade auf den Markt. Sie wurde von einem belgischen Hersteller produziert. Das war der Beginn von Tony’s Chocolonely. In nur wenigen Tagen wurden 13.000 Tafeln Schokolade verkauft. Die Nachfrage war so groß, dass Tony’s Chocolonely sich zu einem Unternehmen entwickelt hat, das heute mit viel Erfolg Schokolade in verschiedenen Geschmacksrichtungen auf den Markt bringt. Der Slogan auf der Verpackung lautet: „Gemeinsam machen wir 100 % faire Schokolade“. Tony’s Chocolonely reserviert jährlich 1 Prozent des Nettoumsatzes für Aktivitäten der Chocolonely Foundation, die Projekte zur Förderung einer fairen Kakaokette unterstützt.

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International den Geschmack treffen

Seit der Gründung der Marke werden Kakaobohnen aus Ghana und der Elfenbeinküste direkt bei Partnergenossenschaften eingekauft, so dass die Bohnen bis zu den Tafeln begleitet werden. Die Kuvertüre (flüssige Schokolade) von Tony's Chocolonely wird von Barry Callebaut hergestellt. Diese geht anschließend zu zwei belgischen Schokoladenherstellern, wo zum Beispiel Nüsse und Karamell beigefügt und ungleich verteilte Tafeln produziert werden.

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Tony’s Chocolonely beweist, dass Wohltätigkeit, Geld und Gewinn hervorragend zusammenpassen. Aber das ist noch nicht alles. Die Welt kommt auf zweierlei Arten auf den Geschmack fairer Schokolade - zunächst dank des Geschmacks an sich. Darüber hinaus spricht insbesondere die gesellschaftliche Ausrichtung der Marke große Konsumentengruppen in Westeuropa und den USA an. Das ist auch die Schlussfolgerung von Ingeborg van Dam und Sanne van Zon, Junior Brand Managerin bzw. Sourcing Chefin von Tony’s Chocolonely in Amsterdam. Die kreativ eingerichteten Räume von „Tony's“ befinden sich in einem historischen Gebäude, das früher einmal zu einer Gasfabrik gehörte. An der Polonceaukade in der niederländischen Hauptstadt befindet sich auch ein Geschäft, das man spontan betreten kann, um all die herrlichen Dinge zu probieren. Die Wände der Unternehmenszentrale sind voll mit Briefen, Entwürfen und allerlei Mitteilungen von kleinen und großen Kunden, die sich von der Marke inspirieren ließen.

Ins Schwarze getroffen

Faire Schokolade ist laut Ingeborg van Dam kommerziell gesehen ein Volltreffer. „Etwa 70 Prozent unserer Kunden kennen unsere Mission. Unser Marktanteil in den Supermärkten steigt und damit gehören wir zur Spitze im Markt. Es hilft natürlich, dass es sich um ein nachhaltiges Produkt handelt.“ Ingeborg van Dam: „Die ersten Einzelhändler, die Tony’s Chocolonely eine Chance gaben, waren Unternehmen wie WereldWinkel. Inzwischen findet man Tony's abgesehen von den Discountern in fast jedem Supermarkt. Wir wollen, dass unsere Produkte zu einem fairen Preis verkauft werden, so dass jeder Beteiligte in der Kette etwas daran verdienen kann.“

Geschmack

Im Hinblick auf den Geschmack folgt Tony’s Chocolonely den Trends im Markt. Sanne: „Wir schauen uns an, was in der Gesellschaft beliebt ist, und versuchen uns darauf einzustellen. Ein Beispiel dafür ist unser neuestes Produkt ‚Dunkle Schokolade Brezel-Toffee‘: eine Kombination aus einem süßen und einem herzhaften Geschmack. Manchmal bekommen wir einen Tipp, aber wir ergreifen auch selbst die Initiative mit unserem sogenannten ‚Geschmacksrad‘, das wir in Zusammenarbeit mit Experten entwickelt haben. Wir setzen es ein, um alle neuen Mitarbeiter unseres Unternehmens in den Themen Abschmecken und Geschmack zu schulen, es wird aber auch in Workshops mit Externen eingesetzt. Man muss gut benennen können, welche Inhaltsstoffe und Geschmacksrichtungen man schmeckt: Kaffee, Nüsse und anderes. Wir können die Trends daher auch selbst anstoßen.“

Tony's Prämie für Kakaofarmer

Nach den Niederlanden kommen jetzt auch andere Länder in den Geschmack von Tony’s Chocolonely. Auch den kälteren Ländern der Erde wie Schweden wird es bei diesem Produkt aus Amsterdam „warm ums Herz“. Ingeborg: „Je größer unsere Marke wird, desto schneller können wir unser Ziel erreichen: weltweit 100 % faire Schokolade. Die Folge ist, dass sich immer mehr Unternehmen im Markt für Nachhaltigkeit aussprechen. Wir versuchen, hier mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir arbeiten mit dem Fairtrade-Gütesiegel zusammen, aber das ist erst der Anfang. Wir reisen mehrmals im Jahr nach Ghana und an die Elfenbeinküste, wobei wir viel Kontakt mit den Farmern haben.“ Ingeborg ergänzt: „Wir kaufen die Kakaobohnen direkt von unseren Farmern. Für unseren Kakao zahlen wir eine zusätzliche Prämie. Wir tun dies, da die Farmer mit dem üblichen Preis niemals über die Armutsgrenze hinaus kommen. Denn wenn man alle Kosten eines professionellen Farmers zusammenzählt und den möglichen Verdienst dem gegenüberstellt, dann besteht eine Lücke. Diese Lücke füllen wir mit der Tony's Prämie.Für uns ist es wichtig, dass die Kakaofarmer ein Einkommen erzielen, von dem sie leben können.“