Die Öffentlichkeit nimmt Popup-Stores mit neuen Produkten und Marken sehr gut an

Die Öffentlichkeit nimmt Popup-Stores mit neuen Produkten und Marken sehr gut an

Die Konsumenten finden Popup-Stores toll und überraschend, vor allem dann, wenn diese etwas ganz Neues zu bieten haben. Das ist das Ergebnis einer Studie von Q&A im niederländischen Amersfoort. Dieses Unternehmen führt Verbraucherstudien sowohl in den Niederlanden als auch in anderen europäischen Ländern durch. Die meisten Konsumenten haben bereits einen solchen Store besucht und 43 % haben dort auch etwas gekauft. Konsumenten finden dieses Phänomen attraktiv und toll, wenn es um Neuigkeiten geht. Und sollte es noch mehr von diesen - oftmals vorübergehend bestehenden - Läden geben, dann finden die Kunden dies prima. Es dürfen ruhig noch einige mehr sein.

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Popup-Stores könnten sogar ein bleibender Kult werden. Ein Beispiel dafür ist der Boxpark Shoreditch in London, der 2011 als das weltweit erste Popup-Einkaufszentrum eröffnet wurde. Hinter einer vornehmen Fassade befinden sich umgebaute Schiffscontainer, die als Laden oder Restaurant eingerichtet sind. Inzwischen wurde ein zweites Einkaufszentrum in London Croydon eröffnet. Beide Zentren bieten Cafés, Restaurants, Galerien und Flagship-Stores, in denen Marken der Öffentlichkeit ihre neuen Produkte vorstellen. Der Geschäftsführer von Q&A, Dr. Frank Quix, sagt vorsichtig, dass dieses Konzept sicherlich viele Nachahmer finden wird. „Aber es hat nur in den großen Städten eine Chance“, warnt er.

Angsteinflößend

Dank des Leerstands in den Zentren gab es im Laufe der Jahre etliche startende Unternehmer, die mit einem Popup-Store versucht haben, ihre Ware zu verkaufen. Einige Makler in Belgien konzentrieren sich auf der Website sogar direkt auf diese Zielgruppe. Einer von ihnen, Logic Immo, teilt mit: „Ein eigenes Unternehmen aus dem Boden stampfen? Es ist eine angsteinflößende Idee, denn es gehört einiges zum Unternehmertum. Genau aus diesem Grund ist es ein auffälliges Phänomen, dass nur junge Unternehmer die Chance mit einem Popup-Store ergreifen.“ Anschließend werden einige Ideen ausprobiert, um die Selbständigkeit mit einem Popup-Store zu versuchen.

Funktion

Der Leerstand zwingt Anbieter von Ladenflächen dazu, einen anderen Ansatz zu wählen und leerstehende Flächen günstiger anzubieten. Das deutsche Go—PopUp (https://www.gopopup.com/de/)bietet sogar weltweit Flächen für die Gründung eines Popup-Stores an. Das französische The StoreFront (https://www.thestorefront.fr/) verfügt über gut 10.000 Popup-Standort in ganz Frankreich. Chancen für frischgebackene Unternehmer? Quix bezweifelt das. „Etwas ausprobieren? Prima, das ist immer möglich. Wir leben aber in einer von der Nachfrage gesteuerten Wirtschaft. Die Nachfrage und nicht das große Angebot bestimmen, wofür Menschen ihr Geld ausgeben. Es gibt daher nicht viele Popup-Stores, denen ein langes Leben beschieden ist, aber das ist auch gar nicht die Idee. Sie haben aber eine wichtige Funktion, indem sie vorübergehend die Aufmerksamkeit auf eine Marke lenken oder den Kunden ein neues Produkt vorstellen. Die Voraussetzung dafür ist aber ein guter Standort in einer Stadt mit viel Laufkundschaft.“

Vorübergehend

Popup-Stores sind nach Auffassung von Quix kein Mittel, den Leerstand in den Städten zu beseitigen. Quix meint, dass die meisten Europäer weniger Ladenfläche benötigen. Sie kaufen immer mehr online. Aber dank des Leerstands sinken die Mieten für Ladenflächen und das gibt Marken wieder die Möglichkeit, auf eine einigermaßen günstige Weise neue Produkte einzuführen. In diesem Sinne erwartet Quix, dass das Phänomen „Popup-Store“ vorläufig bleiben wird. Die Studie von Q&A hat gezeigt, dass Konsumenten keine zeitlich befristeten Läden wollen, die überschüssige Lagerbestände schnell verkaufen oder saisonale Produkte anbieten. Sie möchten aber gern neue Produkte mit einem überraschenden Sortiment kennenlernen. „Das nehmen die Kunden gern an“, so Quix. Studien zeigen, dass gut 71 % der Befragten finden, dass Popup-Stores einen Mehrwert für Ketten bieten, die ein neues Produkt einführen wollen.

Popup-Store? Kartonnenwinkel!

Eine relativ neue Aktivität von Holbox ist der Shop für Papp-Produkte, der sogenannte „Kartonnenwinkel“ (www.kartonnenwinkel.nl), der Displays in kleinen Stückzahlen auf den Markt bringt. Dieser Shop bietet auch Geschenke und Gadgets und sogar Möbel aus Pappe. Wer einen Popup-Store eröffnen will, kann die gesamte Inneneinrichtung wie Regale, Stühle, Tische, Tresen und Schreibtische aus Pappe fertigen lassen. Dabei kann das eigene Design verwirklicht werden. Das bedeutet, dass mit einer relativ geringen Investition ein professioneller Eindruck geschaffen werden kann, was die Kunden sicher zu schätzen wissen. Im Moment ist der Kartonnenwinkel nur in den Niederlanden aktiv. In den nächsten Monaten wird dieses Konzept auch unter anderem in Polen und Deutschland zur Verfügung gestellt. Danach werden noch viele europäische Länder folgen.