„Poldertalk“ : mehr Theater im Laden

Leo van de Polder MaRC, Global Development Director von Shop!, Hollywood, USA schreibt regelmäßig Artikel für diese Kolumne.

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Mehr Theater im Laden

In immer mehr Ladenkonzepten bekommt die Technologie einen immer höheren Anteil am Medienmix. Viele Einzelhändler vergessen dabei jedoch, dass das Visual Merchandising lebenswichtig ist, um Kunden nicht nur in den Laden zu ziehen, sondern sie auch dort zu halten. Damit sie dort schließlich kaufen. Viele Läden sind einfach nur langweilige Betonkästen, die keine Erlebnisse bieten. Dann ist es nicht verwunderlich, dass potenzielle Kunden zuhauf online kaufen und den Laden links liegen lassen. Wer physische Kunden gewinnen will, muss Erlebnisse bieten. Die meisten Einzelhändler wissen das durchaus. Aber aus dem einen oder anderen Grund gelingt es ihnen nicht, etwas Besonderes daraus zu machen. Ein bekanntes Beispiel: Ladeneinrichtung, die sechs Wochen lang denselben Inhalt hat. Und dabei geht es noch nicht um die Läden, in denen sich nie etwas verändert. Kurz gesagt: move your merchandise!

Ich glaube, dass sich im Hinblick auf das Erlebnis des Kunden langsam eine Verschiebung vollzieht, auch dort, wo es sich nur um tägliche Bedürfnisse wie Lebensmittel handelt. Erlebnisse werden wichtiger als nur das funktionale Einkaufen. Visual Merchandising spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das Zusammenspiel von Display, Produkten und Beschilderung ist dabei besonders wichtig. Mit schnellen visuellen Aktionen, um die Aufmerksamkeit der Kunden darauf zu lenken. Es geht selbstverständlich auch anders. Beispiele dafür sind Läden, in denen die Themen in den Schaufenstern konsequent auch im Laden fortgesetzt werden. Mit vielen Elementen und Attributen zur Erhöhung des Erlebnisses im Laden, mit Store Design und spannenden Produktpräsentationen.

Mit Ihrem Einverständnis gehe ich noch ein Stück weiter. Eigentlich muss ein Geschäft täglich ein neues Erlebnis bieten. Suchen Sie nach dem aktuellen Thema des Tages und machen Sie etwas daraus, auch wenn nicht Mutter- und Vatertag vor der Tür stehen ... und die Olympischen Spiele finden auch nicht jeden Tag statt. Gestalten Sie selbst „Buying Moments“, seien Sie erfinderisch!

Packende Kombinationen

Der Laden muss leben. Die meisten Einzelhändler wissen das durchaus, aber sie investieren oftmals viel mehr Zeit/Geld in die Digitalisierung als in die Präsentation. Die sogenannten Target Stores in Amerika beweisen, dass Einzelhändler ein ganzes Warenhaus spannend gestalten können. Sie haben nicht umsonst den Slogan „Expect More, Pay Less“. Diese Läden bieten Erlebniswelten. Was aber noch wichtiger ist: Die Beschilderung ist mit Piktogrammen so gestaltet, dass auch Menschen, die kein Englisch sprechen, ohne Schwierigkeiten die richtige Abteilung finden können. So zieht man mit einfachen Mitteln ein internationales Publikum an. Noch bemerkenswerter: das Ladenkonzept „Stories“, in dem sich alle sechs Wochen die Themen vollständig ändern. In Amerika ist viel häufiger als in Europa eine optimale Kommunikation mit dem Kunden im Hinblick auf Warenpräsentation, Ausstrahlung, Licht und sogar Fußbodenbelag zu finden. Diese bilden gemeinsam eine buchstäblich „packende“ Kombination, die den Kunden in den Laden zieht.

Dekoration

Visual Merchandising wird von Einzelhändlern unterschätzt. Und das, obwohl es ein funktionaler stiller Verkäufer der Produkte sein kann. Silent sales optima forma. Erreicht mit Farben, Materialien, Formen, Licht, Linien. Eine Dekoration, in der sich der Kunde dank spannend und konsequent erzählter Geschichten gern aufhält. Dafür kommt der Kunde gern zu Ihnen. Und lässt den Deckel des Laptops geschlossen.