Veröffentlicht am: 20.09.2022
Holbox zieht von Echt in ein neues, nachhaltiges Gebäude in Roermond um
Holbox kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Im Jahr 2024 wird das Familienunternehmen, europäischer Marktführer für Displays aus Karton, in ein brandneues Gebäude in Roermond umziehen. Es wird doppelt so groß sein wie das derzeitige Gebäude in Echt und ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stehen. Mehr als 3.000 Solarpaneele liefern die Energie, die CO2-Emissionen sind gleich null und die Verwendung von Kreislaufrohstoffen wird zur Norm. "Wir sind Vorreiter und wollen es auch bleiben"
Sohn Martijn und Tochter Chantal führen das Familienunternehmen weiter
Jan Hol lässt es in diesen Tagen ruhig angehen. Der Mann, der Holbox gegründet und zu einem führenden Unternehmen mit 350 Mitarbeitern und einer Auswahl an europäischen Großkunden ausgebaut hat, überlässt die tägliche Leitung getrost seinem Sohn Martijn. "Ich bin schon über 75", sagt er etwas entschuldigend. "Ich mische mich nicht mehr in operative Angelegenheiten ein. Obwohl ich natürlich nach wie vor mehr als engagiert bin.
Ein Familienunternehmen kann man nie ganz loslassen. Das gilt auch für meine Frau, die bis heute im Betrieb mitarbeitet und immer noch regelmäßig anwesend ist. Neben Martijn ist auch unsere Tochter Chantal im Vorstand. Gemeinsam beraten wir uns, treffen Entscheidungen und stellen die Weichen. Holbox ist auch an vielen sozialen Aktivitäten und Spendenaktionen für die Krebs- und Alzheimerforschung beteiligt. Dieses Netzwerk möchte ich nicht missen."

Großer Schritt
Vater Jan und Sohn Martijn kommen an diesem Dienstag im August zum Interview in die Zentrale an der A2 in Echt. Anlass ist der für Anfang 2024 angekündigte Umzug nach Roermond, ein strategischer Schritt, den sowohl Senior als auch Junior als Voraussetzung für eine weitere Expansion sehen. Ein wichtiger Schritt in der Geschichte von Holbox. Eine Investition von 25 Millionen Euro in die Räumlichkeiten plus weitere fünf Millionen für den Umzug selbst. "Aber absolut notwendig", sagt Martijn. "Wir sind hier in Echt über unsere Verhältnisse gewachsen. Jeder Zentimeter Platz wird ausgenutzt und trotzdem haben wir zu wenig Platz für die Maschinen und Vorräte. Wir würden gerne wachsen, aber dafür gibt es keinen Platz mehr. Außerdem besteht diese Niederlassung eigentlich aus vier separaten Gebäuden. Das ist in Bezug auf Logistik und Effizienz ungünstig. Ein weiterer Grund für den Umzug ist der geplante Lebensmittelmarkt gegenüber. Das Verkehrsaufkommen wird zunehmen, die Ein- und Ausfahrt wird schwieriger sein.
Nachhaltiges Gebäude
Offensichtliche geschäftliche Gründe, aber das wichtigste Motiv will Jan für sich selbst nennen. "Wir haben schon immer sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Schon vor ein paar Jahren fiel die Entscheidung, ein komplett neues Gebäude zu bauen. Optimal gedämmt, möglichst ohne Gas und mit einer eigenen Energieversorgung in Form von Sonnenkollektoren. Wir müssen uns in Richtung Nachhaltigkeit bewegen, in Richtung grüne Energiequellen für unsere Maschinen und unseren Fuhrpark. Als Unternehmen wollen wir hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Die himmelhohen Gas- und Strompreise bringen uns jetzt an den Rand des Abgrunds. Ich werde sehr froh sein, wenn die Energierechnung in eineinhalb Jahren auf Null sinkt."
Standort Roermond
Jan und Martijn Hol hatten lange vor, die 27.000 Quadratmeter große Anlage auf der anderen Seite der Autobahn A2 gegenüber von Michel Oprey zu errichten. Dieser Plan scheiterte an den finanziellen Bedingungen des Projektentwicklers und an der Tatsache, dass die Gemeinde Echt nicht mehr in der Lage war, Solarmodule an das Stromnetz anzuschließen. "Von der Logistik her wäre das der beste Standort gewesen", meint Jan, "aber jetzt haben wir auch einen tollen Standort am Roerstreek, direkt neben dem ehemaligen Henzo. Die Genehmigung wurde im August fertiggestellt. Die Anbindung an die A73 ist gut und auch die Erreichbarkeit für viele europäische Kunden ist gut. Und ich habe natürlich etwas mit Roermond. Dort haben wir Holbox aufgebaut, bevor wir im Jahr 2000 nach Echt kamen. Also zurück zu den Wurzeln, das fühlt sich gut an."
Europäischer Marktführer
Jan Hol begann 1976 mit einem Ein-Mann-Betrieb mit dem Verkauf von Kartonagen, später konzentrierte er sich auf den Entwurf und die Produktion von Displays aus Karton. Damals eine Nische, aber die Weitsicht erwies sich als richtig. Heute verfügt das Unternehmen über zwei Produktionsstätten in Echt und Polen, Büros in Paris und Hamburg und kann sich als europäischer Marktführer bezeichnen. Zu den Stammkunden gehören führende Unternehmen wie L'Oréal, Mondelēz, Playmobil, Haribo, Lego, Coca-Cola und Dutzende weiterer Topmarken.
Kartondisplays
"Displays sind für Hersteller unverzichtbar, um ihre Produkte zu präsentieren", sagt Martijn bei einem kurzen Rundgang durch das Unternehmen. "Sie sind die Träger der Markteinführung in Supermärkten und Kaufhäusern. Alles beginnt mit einem Display, dann kommen die Produkte in die Regale. Wir entwerfen die Displays in allen Formen und Größen und stellen sie aus Karton her. Für den Boden, die Theke, Paletten, als Verpackung, für Veranstaltungen. Maßgeschneidert, von einigen wenigen bis zu Tausenden von Stück. Wir machen alles selbst, einschließlich der Herstellung der Formen für das Stanzen der Kartons, des Drucks der Grafiken, des Klebens und sogar des Aufbaus in den Geschäften. Wir sind von niemandem abhängig, außer von den Rohmateriallieferanten."
Immer wieder innovativ
Natürlich hat Holbox europäische Konkurrenz, aber Jan Hol hat es immer geschafft, ihr einen Schritt voraus zu sein. "Man muss ständig innovativ sein und die Möglichkeiten erkennen", erklärt er. "Lange Zeit haben wir die Displays für die Videokassetten einer Tochtergesellschaft von Walt Disney hergestellt. Dieser Markt ist längst versiegt, aber wir sind jetzt sehr stark in den Bereichen Kosmetik und Lebensmittel. Wichtig sind Lieferschnelligkeit, Qualität, Preis und Zuverlässigkeit. Um mehr Kunden schneller bedienen zu können, haben wir 2008 eine Niederlassung in Polen eröffnet. Dort gibt es genau die gleichen Maschinen wie hier in Echt. Letztes Jahr haben wir diese Niederlassung nachhaltiger gemacht, indem wir unter anderem Sonnenkollektoren installiert haben. Jetzt ist Limburg an der Reihe."
Nachhaltiges Geschäft
Für Jan Hol ist das neue Gebäude die Krönung einer mehr als 45-jährigen Geschäftstätigkeit. "Nachhaltiges Unternehmertum", nuanciert er. "Das war mir schon immer wichtig. Wir arbeiten bereits mit Druckfarben und Klebstoffen auf Wasserbasis. Die gesamte Pappe wird aus Recyclingpapier mit FSC-Siegel hergestellt, und jetzt verwenden wir auch immer mehr Rohstoffe auf pflanzlicher Basis. Unser Fuhrpark wird nach dem Umzug weitgehend elektrisch und wasserstoffbetrieben sein; die Mitarbeiter können ihre Batterien im Unternehmen nachhaltig aufladen. Und wir haben schon immer Menschen mit einer gewissen Distanz zum Arbeitsmarkt aufgenommen. Im Durchschnitt arbeiten 20 Personen aus dem PSW Roermond bei uns. Das machen wir übrigens auch in Polen. Menschen eine Chance zu geben, ist auch nachhaltiges Wirtschaften."
Kostspielige Verlagerung
Bei der Besichtigung wird klar, dass der Umzug ein gigantischer und teurer Job wird. "Vor allem der Umzug der Druckmaschinen ist zeit- und kostenintensiv", weiß Martijn, der ebenfalls seit 30 Jahren im Familienbetrieb arbeitet. "Die große Herausforderung wird es sein, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Wir haben zwar ein Backup in Polen, aber das reicht nicht aus, um alles abzudecken. Das bedeutet also neue Druckmaschinen. Eine verantwortungsvolle Investition, denn in den denn in den kommenden Jahren wollen wir weiter wachsen. Dafür brauchen wir mehr Kapazität, die wir jetzt endlich bekommen. Wir streben ein Wachstum von mindestens 30 Prozent in fünf Jahren an. Ehrgeizig? Auf jeden Fall! Aber die Märkte sind da." Holbox ist fast bereit, sie zu stürmen. Mit Senior garantiert in einer engagierten Rolle. "Ich freue mich auf 2024", klingt es bedeutungsvoll.
Quelle: Ondernemen in Limburg

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