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Veröffentlicht am: 17.12.2019

Aktienverteilung in der Familie Hol

Früher gab es oft Streit; heute werden Probleme ausgesprochen. „Fast jede Frage erweist sich als lösbar“, sagen die Hol-Geschwister. Gemeinsam leiten sie Holbox, das Unternehmen hinter den Karton-Werbedisplays in Supermärkten.

„Seit wir alle Miteigentümer sind, knallen wir nicht mehr mit den Türen.“

„Auch ich bin sterblich“, dachte Vater Jan Hol vor fünf Jahren. Sein Herz spielte verrückt, eine Operation stand an, und er sorgte sich um die Zukunft. „Was ist, wenn ich umkippe – wie geht es dann mit der Firma weiter?“

Der inzwischen 73-jährige Hol wusste, dass es Zeit war, seine Nachfolge zu regeln. Er dachte nach, konsultierte Fachleute und zog seine Schlussfolgerung. Drei Jahre später hatte er die Anteile von Holbox zu gleichen Teilen auf seine drei Kinder übertragen: Sohn Martijn (48) sowie die Zwillingstöchter Anouk und Chantal (43). So zog sich Hol senior nach und nach aus dem Unternehmen zurück, das er über vierzig Jahre geführt hatte.

Holbox wurde 1976 gegründet. Jan Hol begann seine Laufbahn als Schiffsmaschinist in der Handelsschifffahrt. Nach der Begegnung mit Wies, seiner damaligen Freundin und heutigen Frau, suchte er jedoch eine Position an Land. Er startete als Vertreter für Verpackungsmaterial, entschied sich aber bald, selbst Kartons herzustellen.

Verdeling aandelen familie Hol

Eins ergab das andere. Inzwischen beschäftigt Holbox 400 Mitarbeiter an den Standorten Echt (Limburg) und Gliwice (Polen). Das Unternehmen produziert vor allem Displays, mit denen Marken wie Heineken, Douwe Egberts oder AB InBev in deutschen, niederländischen, französischen oder belgischen Supermärkten auf ihre Produkte aufmerksam machen.

Rückblickend erwies sich die Aktienverteilung als wichtiger Wendepunkt für Holbox. Hatten sich die Hol-Kinder zuvor auf ihre eigenen Abteilungen konzentriert, zählte von da an vor allem das Gesamtinteresse des Unternehmens. „Ich arbeite im Vertrieb“, erklärt Anouk. „Wenn ich früher einen Vertrag mit einem wichtigen Kunden abgeschlossen hatte, musste pünktlich geliefert werden – komme, was wolle. Dass eine Agentur die Materialien zu spät geschickt hatte, galt für mich nicht als Entschuldigung. Die Produktion unter der Leitung von Martijn musste es eben regeln.“
Die Produktion sah das mitunter ganz anders. „Wir fanden, dass der Vertrieb den Kunden in solchen Fällen erklären sollte, was schiefgelaufen ist und warum es Verzögerungen gibt“, sagt Martijn. „Schließlich konnten wir nichts für den Ablauf.“

Nicht selten wurden die Hol-Kinder wütend und ließen Türen knallen. Ebenso oft organisierte Mutter Wies bilaterale Gespräche, sondierte die Positionen der Streitparteien und brachte alle mit sorgfältig formulierten Kompromissen wieder zusammen.
„Seit wir alle Miteigentümer sind, läuft es zum Glück anders“, sagt Chantal. „Gibt es Probleme, setzen wir uns zusammen und besprechen alle Argumente. So verstehen wir, womit jeder beschäftigt ist. Als Eigentümer haben wir gelernt, auch geschäftlich zu kommunizieren.“ Das zeigt Wirkung. „Fast alles ist lösbar, wissen wir jetzt.“

Die Hol-Kinder interessierten sich schon früh für das Unternehmen. Als Kinder begleiteten sie ihren Vater gern und oft. Das Lager war der ideale Ort für Verstecken, und die Sackkarren eigneten sich hervorragend als Roller. Ihre heutige Rolle empfinden sie als selbstverständlich. Martijn ist Geschäftsführer, Anouk verantwortet den Vertrieb, Chantal ist für Marketing und den Webshop zuständig.

„Martijn ist und bleibt der Älteste“, sagt Anouk – eine Position, die von Anfang an feststand. „Früher zögerte er nicht, uns zu sagen, dass wir für die Diskothek noch zu jung seien und zur Jugendgruppe müssten.“ Vater Jan beschreibt Martijn als „den Kapitän auf dem Schiff“. „Er ist unter anderem für die Produktion verantwortlich – die Abteilung, in der alles zusammenläuft. So ist er über alles im Bilde und kennt das Unternehmen wie kein Zweiter.“

Das zeigte sich etwa während der Finanz- und Kreditkrise. Holbox geriet in Schwierigkeiten, die Bank stellte sich quer, und der Vater übergab die Finanzen an seinen Sohn. Die Schulden wurden abgebaut, die Eigenkapitalquote verbesserte sich, und das Fortbestehen von Holbox war gesichert – auch dank Martijns Einsatz. „Das heißt nicht, dass wir außen vor sind“, betont Chantal. „Natürlich trägt Martijn im Tagesgeschäft die letzte Verantwortung, aber große Investitionen werden nur getätigt, wenn alle einverstanden sind. Kommt kein Kompromiss zustande, passiert es nicht. Eine andere Regelung wollten wir nicht – die Familienbeziehungen dürfen nicht unter Druck geraten.“

Quelle: Het Financieele Dagblad, 27.12.2019

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